Katja Veit

Mein Starkes Ich und die Dankbarkeit 

Lesedauer: 4 Minuten
Dankbarkeit ist ein Baustein der Resilienz. Denn die Dankbarkeit führt uns immer wieder vor Augen, was wir bereits alles haben. Wie gut es uns eigentlich geht. Dies hilft vor allem in Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, dass es uns an etwas mangelt.

Überall liegt Müll. Von der Wiese keine Spur. Und auf dem Müll stehen Zelte. Aus zusammengeflickten, bunten Folien und Stangen. Aus einem dieser Zelte kommt ein kleines Mädchen in einem rosa Kleid. Das Mädchen ist vielleicht so alt wie unser Sohn. Ich bin zutiefst erschüttert. So sieht das Leben einer ethnischen Minderheit in Albanien aus. Das Mädchen darf in keine Schule gehen. Ihren Eltern wird Wohnraum und Arbeit verweigert. Was für eine Zukunft steht dem Mädchen bloß bevor?

Dieses Bild und das Wissen um die Chancenlosigkeit dieses Mädchens begleiten mich weit über unsere Elternzeitreise hinaus. Gleichzeitig erfüllt es mich mit unendlicher Dankbarkeit. Unsere Kinder leben in Sicherheit und Freiheit. Bildung ist kein Privileg, sondern selbstverständlich. Sie können den Beruf erlernen, den sie wollen. Und sollte es ihnen einmal schlecht gehen, fängt der Staat oder das Gesundheitssystem sie weitestgehend auf. Ich bin dankbar, dass meine Kinder so groß werden dürfen.

Und ich bin dankbar für alles, was ich habe: einen wundervollen Mann, zwei großartige Kinder, Gesundheit, ein Dach über dem Kopf im Allgäu, Essen, Kleidung. Damit nicht genug… ich liebe es, mich weiterzubilden, zu reisen und mit unserem Womo unterwegs zu sein und das alles völlig uneingeschränkt.

Vor ein paar Jahren hätte ich mir diese Dankbarkeit sicherlich noch nicht so bewusst gemacht.

Da war mein Leben irgendwie so selbstverständlich. Nach dem Abi 2000 ging es als AuPair Mädchen nach Italien und anschließend zur Ausbildung. Dieser folgte ein Projekt in Frankreich und ein BWL-Studium. Über viele Jahre war ich als Projektleiterin für strategische Projekte zuständig und bin viel gereist. Überstunden, Stress und Zeitmangel standen auf der Tagesordnung. Aber so ist das halt. Gemeinsam mit meinem heutigen Mann haben wir die Welt entdeckt und viel Zeit in den Bergen verbracht – wandernd oder bikend. Bis dann 2017 unser Sohn das Licht der Welt erblickte und er mein Leben auf den Kopf gestellt hat.

Zum ersten Mal habe ich mich gefragt, welche Werte ich ihm vermitteln, wie ich mit ihm umgehen und Konflikte bewältigen möchte und wie ich die Bedürfnisse aller Familienmitglieder im Blick behalten kann. Dies war der Beginn meines Weges zur Resilienz und der Achtsamkeit.

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Rückblickend bin ich so dankbar, dass mit der Geburt unseres Sohnes nicht nur ein neuer, kleiner Mensch zur Welt kam, sondern auch ich neu geboren wurde. Diese neue Rolle forderte und förderte mich. Teilweise brachte sie mich an den Rand des Wahnsinns. Wie um alles in der Welt soll ich das alles nur schaffen? Projekte leiten, Kind betreuen, Haushalt und co. Mein Ziel war klar: ich will gesund und gelassen mich selbst und andere führen, ohne den Erfolg einbüßen zu müssen.

Nach der Yogalehrerausbildung folgte eine GFK-Weiterbildung (Gewaltfreie Kommunikation). Dem MBSR-Kurs (Mindful Based Stress Reduction) folgte eine Ausbildung zum Resilienztrainer. Danach kam die 230h Coaching Ausbildung, der betriebliche Resilienztrainer und die Weiterbildung in Positiver Psychologie.

All diese Aus- und Weiterbildungen haben mich nachhaltig verändert.

Ich habe gelernt, dass ich den Wind oftmals nicht ändern, jedoch die Segel neu setzten kann (nach Aristoteles), und dass ich gegen die Wellen nicht schwimmen, jedoch auf ihnen reiten kann (nach Jon Kabat-Zinn). Beides sind Lieblingszitate, die mich in meinem Alltag begleiten, genauso wie ein positives Mindset. Ich habe erfahren, was es bedeutet, nach seinen Werten zu leben, für Bedürfnisse einzustehen und die eigenen Grenzen zu kennen. Ich weiß heute, was ich brauche, um meine Energie-Balance zu halten um gesund zu bleiben – sei es Bewegung, Ernährung oder Entspannung. Ich kann auch in schwierigen Zeiten in einem guten Zustand bleiben und gehe oftmals gestärkt daraus hervor. Ich kommuniziere klar und vor allem empathisch. Ich genieße den Moment, denn das Leben ist nicht morgen, sondern jetzt. Ja, ich habe Tage, an denen gelingt mir das weniger gut. Und das ist vollkommen in Ordnung.

Jetzt ist es für mich an der Zeit, all mein Wissen an dich und dein Team weiterzugeben und euch auf dem Weg zu einem Starken Ich und einem Straken Team zu belgeiten.

Was nach meiner Transformation jedoch gleich geblieben ist, ist meine Liebe zur Natur, dem Reisen und der Bewegung. Ich liebe es zu wandern, trete gern in die Pedale, liebe das kühle Nass, entspanne mich beim meditieren oder power mich aus beim Laufen. Yoga ist meine Energiequelle und Bücher meine Nahrung fürs Gehirn.

Für all das bin ich unendlich dankbar. Und zwar ganz bewusst.

Dankbarkeit ist ein Baustein der Resilienz.

Denn die Dankbarkeit führt uns immer wieder vor Augen, was wir bereits alles haben. Wie gut es uns eigentlich geht. Dies hilft vor allem in Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, dass es uns an etwas mangelt. Dass es anderen besser geht. Dass andere viel mehr haben. Im Vergleich zu dem Mädchen im rosa Kleid auf dem Müllberg in Albanien geht es mir richtig gut. Und dir? Wie geht es dir im Vergleich zu diesem Mädchen? Ob das Mädchen in dem rosa Kleid auch irgendwann mal das lernen darf, was es möchte? Ich wünsche es ihr wirklich von ganzem Herzen.

Jetzt bleibt mir nur noch, dir dafür zu danken, dass du bis hierher gelesen hast. 

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Über die Blog-Autorin

Meine Name ist Katja und ich möchte mit meiner Arbeit Führungskräfte/Unternehmer:innen und ihre Team stark machen für die Herausforderungen und Anforderungen, vor denen wir alle täglich stehen. Ich begleite Menschen hin zu mentaler Gesundheit, einem positiven Mindset und mehr Gelassenheit in unseren turbulenten Zeiten. Ich bin überzeugt davon, dass Erfolg dadurch nachhaltiger wird.

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